Türkei-Iran-Reise Teil 1
Sunday, 28 September 2008 02:00
| Article Index |
|---|
| Türkei-Iran-Reise Teil 1 |
| Teheran |
| Yazd |
| Zoroastrismus |
| Umland von Yazd |
| All Pages |
Nun bin ich einige Wochen wieder zurück von meiner Reise durch Iran und die Türkei. Nun, nach den ersten Wochen in meinem neuen Studium möchte ich gerne für alle die es interessiert einen kleinen Reisebericht abliefern. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass zu lange Reiseberichte ermüdend wirken können. Daher habe ich mich bemüht, ihn ordentlich mit Bildern und Videos aufzulockern.
Für diejenigen, die eine Reise in dieselbe Region planen, werde ich später einen weiteren Artikel mit Reisetipps schreiben. Zuerst aber der Bericht in zwei Teilen über meine zweiwöchige Reise von Istanbul nach Iran und zurück.
Zugfahrt Istanbul-Teheran
Nach langer Planung und dreitägigem Aufenthalt in Istanbul ging es am Abend des 30. Juli endlich los. Ich bestieg den wöchentlich verkehrenden „Trans-Asia-Express‟ im Istanbuler Bahnhof Haydarpaşa. Vor mir lagen eine dreitägige Zugfahrt und 3000 Kilometer bis nach Teheran. Ich war durchaus aufgeregt und unsicher, denn ich hatte für die Zeit nach meiner Ankunft keine konkreten Pläne, außer dass Yazd und Esfahan auf meiner Route liegen sollten. Unterkunft, Verkehrsmittel, Verpflegung - all das sollte sich erst auf der Reise ergeben, ich wollte die Freiheit spüren, Tag für Tag aufs neue entscheiden zu können, wohin es mich verschlagen soll.
Ich war ein wenig froh, dass der Zug mich direkt ins Herz des Landes bringen, er mich gewissermaßen „ins kalte Wasser schubsen‟ sollte. Zudem hatte ich dann noch viel Zeit mich weiter vorzubereiten. So las ich im Lonely-Planet Reiseführer, den ich mir wie fast jeder Rucksackreisende auch zugelegt hatte, und versuchte anhand eines Sprachführers, mir noch ein paar persische Grundvokabeln und die arabische Schrift beizubringen.
Im Zug war gute Stimmung. Die meisten Passagiere waren Iraner, wobei auch einige andere Rucksackreisende aus Europa darunter waren. Viele der Rucksackreisenden waren, wie ich, allein unterwegs und man kam schnell ins Gespräch, schließlich hatte man dasselbe Vorhaben. Auf meiner gesamten Reise traf ich täglich auf andere, die meisten aus Europa, und wir tauschten uns über Erlebnisse und Pläne aus.
Hier meine Impressionen der Zugreise:
{phocagallery view=category|categoryid=5|limitstart=0|limitcount=100|fontcolor=#B88A00|bgcolor=#EFEFEF|bgcolorhover=#AFAFAF|imagebgcolor=#AFAFAF|bordercolor=#8F8F8F|bordercolorhover=#4F4F4F|detail=5|displayname=0|displaydetail=0|displaydownload=0} Für Diashow ein Bild anklicken.
Der Trans-Asia-Express besteht aus zwei Zügen, einem türkischen und einem iranischen, die durch eine Schiffsfahrt über den Van-See getrennt sind. Der türkische Zug endet in Tatvan, wo nur der Gepäckwaggon auf das Schiff gefahren wird. In Tatvan hatte unser Zug 4 Stunden Verspätung, womit wir einen herrlichen Sonnenuntergang mitbekommen konnten. Nach Sonnenuntergang ging dann auf dem Hinterdeck die Post ab, Tanzen, Singen, Klatschen... Die Überfahrt war ein tolles Erlebnis. Nach sechs Stunden Überfahrt kamen wir in Van an, wo der Gepäckwaggon an den iranischen Zug gehängt wurde.
An der türkischen Grenze mussten alle den Zug verlassen und sich im Grenzkontrollhaus anstellen. Auf iranischer Seite kamen die Grenzer in den Zug und erledigten die Formalitäten dort. Und plötzlich ging alles viel schneller, der Zug fuhr mindestens über hundert, ein spürbar anderes Reisegefühl, wenn man sich die zwei Tage zuvor an Tempo 30 gewöhnt hatte. Die schnelle Fahrt wurde dann zu den Gebetszeiten am nächsten Bahnhof unterbrochen. Jeder Bahnhof in Iran hat eine Moschee, die auch genutzt wird.
Was aber ins Auge stach, war die plötzliche Verschleierung aller weiblichen Passagiere. Ich war nicht überrascht, allerdings möchte ich dazu anmerken, dass auf türkischer Seite bis auf ein paar ältere Damen niemand ein Kopftuch trug, selbst bzw. gerade nicht die Iranerinnen. Von nun an war ich in der Islamischen Republik mit ihren Regeln wie der strikten Geschlechtertrennung (z.B. nur einen Mann nach dem Weg fragen) oder der Kleiderordnung (für Männer: T-Shirt und Sandalen sind okay, aber die Hose unbedingt bis zum Knöchel!).
Wir kamen am 4 Reisetag spätnachts in Teheran an. Ich und zwei andere Reisende suchten zusammen ein Hotel, in dem wir dann für jeder 3 Euro übernachteten.