Tuesday October 7th 2008    8:21 am
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Hurra, Hurra, die Schule brennt! Print E-mail
04 / 10 / 2008

Jugendliche randalierten in Dänemark, angeblich wegen neuerlichen Mohammed-Karikaturen. So wird es jedenfalls in den europäischen Medien dargestellt. Hier eine kurze Klarstellung.

Ist Meinungsfreiheit nicht ein zu hohes Gut, als dass es zur Beleidigung anderer ausgenutzt werden darf? Sollte gegenseitiger Respekt nicht auch da sein? Sollte man es wiederum zulassen, dass Religion in Dänemark für jugendliche mit Einwanderungshintergrund als Vorwand für Randale aus Langeweile herhalten muss?

Im europäischen Fernsehen konnte man allerorts vor einiger Zeit sehen, wie Autos und Schulen angezündet wurden. Mehr, als dass es mit neuen Karikaturen zu tun habe, war allerdings nicht zu hören. Dazu möchte ich als in Dänemark Wohnhafter folgendes festhalten:

Zuerst fühlten sich ein paar Jungs ein bisschen von der Polizei „angemacht“, woraufhin einige Autos à la Frankreich angezündet wurden. Ihnen war langweilig, es waren ja gerade Winterferien und man hatte sonst nichts zu tun. Und wenn man schlecht in der Schule ist, dann kann man ja auch noch ein paar Schulen anzünden, wie vielfach in mehreren Städten des Landes passiert. Man ist ja ach so benachteiligt. Da wird es bestimmt helfen, wenn man die eigene Schule anzündet.

Wie praktisch ist es da, dass in derselben Woche wieder eine allahlästerliche Karikatur irgendwo abgedruckt wurde. Plötzlich war der Grund für die Krawalle nicht mehr „Stress“ mit der Polizei, sondern eben der Karikaturenstreit. Ist doch herrlich etwas mit gutem Gewissen kaputthauen zu dürfen.

Tja, und mit Schulbeginn nach den Ferien war dann plötzlich wieder Ruhe.

 

 
Wie kommt man günstig nach Kopenhagen? Print E-mail
09 / 15 / 2007

Leider bietet die Deutsche Bahn derzeit keine Sonderpreise nach Kopenhagen an. Die Dänische Staatsbahn (DSB) hat aber bis noch bis zum 8. Dezember einen Sondertarif für Hamburg und Berlin. Die einfache Fahrt kostet zwischen 27 und 33 Euro. Die direkte Fahrt mit dem Intercity dauert ab Hamburg etwa 4,5 Stunden. Wer mich besuchen kommen will, bestellt am Besten die Fahrkarte bei mir, ich kann sie dann per Post zuschicken.

Demjenigen, der lieber fliegen möchte, empfehle ich diese Übersicht aller Billgigfluglinien von und nach Kopenhagen.

Die Anreise mit dem Bus ist derzeit teurer als per Bahn (mit dän. Sondertarif) oder Flug. Per Mitfahrzentrale kostet die Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen ca. 30 Euro. 

 

 
Wohnung gefunden Print E-mail
08 / 18 / 2007
Endlich habe ich eine eigene Wohnung gefunden, eigentlich ist es ein 25qm-Zimmer. Die Wohnung teile ich mit jemandem, den ich noch nicht kenne. Ich aber immerhin nicht irgendwo zur Untermiete, was auch schon einmal etwas Gutes ist. Außerdem gehe ich in drei Minuten zu meiner Kusine.

Ich werde dort am 1. September einziehen, der Vertrag läuft ein Jahr, also genau bis zum Beginn meines Studiums.
 
Sie liegt im 1. Stockwerk (aaaah!), und ist nach deutscher Kategorisierung ein Altbau, Anfang 20. Jahrhundert. Holzböden überall, Küche nicht riesig aber groß genug. Dahinter die für Kopenhagen obligatorische Hintertreppe. Unten Waschraum mit Trockner. Kabelfernsehen, Internet, Dachboden und Keller - alles da. Die Toilette ist etwas dürftig, wie es hier ja auch normal ist.

Die Lage ist super. Zu Fuß 3 Minuten zur nächsten S-Bahn Station, von dort aus 2 Stationen zum Hauptbahnhof. Überall um mich herum fahren A-Busse (an alle Hamburger: das sind die hiesigen Metro-Busse). Mit dem Fahrad bin ich in 15 Minuten am Rathausplatz.

Jetzt müssen nur noch meine Sachen aus HH hierher. Aber in der Hauptsache bin ich mit meinem Plan durch, hier Wohnung und Arbeit zu finden. Da fällt mir ein Stein vom Herzen. Jetzt ist wieder Platz in meinem Kopf für neue Dinge.
 
Wieder in Lohn und Brot Print E-mail
08 / 05 / 2007
Inzwischen bin ich wieder bei meiner Kusine untrergebracht und suche weiter nach einer Wohnung. Derzeit ist das Wohnungsangebot noch schlechter als bisher. Möglicherweise muss ich einen Kompromiss mit den Verhältnissen hier eingehen und doch ein Zimmer statt einer Wohnung mieten.
Seit zwei Wochen arbeite ich bei der Danske Bank als Vikar, zunächst begrenzt auf 3 Monate. Der job ist viel besser als der, den ich zuerst hatte. Nun sitze ich auch nicht mehr alleine, sondern in einem Großraumbüro und die Arbeit selbst ist nicht mehr so monoton - im Rahmen dessen, was man von Dateneingabe erwarten kann. Außerdem ist hier die beste Kantine, die ich jemals gesehen habe, noch dazu die billigste.
Zusammen mit dem Dänischunterricht füllt mich die Arbeit völlig aus. Zeit bleibt mir eigentlich nur an den Wochenenden. Auch wenn ich zwischenzeitlich mal ziemlich erschöpft von allem bin, habe ich den Eindruck, dass es voran geht.
 
Was draufsteht und was nicht Print E-mail
07 / 16 / 2007

Es steht nicht mehr „Dänemark“ überall drauf. Ich habe mich nun wirklich eingelebt und sehe die Dinge nicht mehr ständig aus den Augen eines Ausländers. Sicher, täglich lerne ich Neues. Ich fühle mich aber überhaupt nicht mehr fremd hier, wobei ich mich in dieser Stadt schon immer wohlgefühlt habe. Ich erforsche systematisch die Teile der Stadt, die ich nicht kenne und muss dabei jedesmal denken, dass der Umzug das absolut Richtige für mich war.
Inzwischen hat mein Dänischkurs angefangen, der mir sehr viel bringt und noch dazu Spaß macht. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie andere Ausländer mit dem Dänischen umgehen, zumal wir alle auf dem selben sprachlichen Level sind. Es ist viel Arbeit dort, wöchentlich 8 Stunden + Hausaufgaben, aber es ist nunmal genau das, was ich jetzt brauche.
Ab Anfang der nächsten Woche habe ich wohl wieder eine Arbeit. Nachdem mein Vikariat beim Jobcenter zuendegegangen war, hatte ich vom Vikarbüro keinen neuen Job bekommen. Einen Grund dafür gab es nicht, ich wollte nicht putzen gehen, das ließe sich mit meinem Rücken nicht vereinbaren. Nach ein paar Wochen ohne Job habe ich jetzt wieder ein Angebot von einer anderen Firma. Die wollen mich für 3 Monate bei einer Bank einsetzen. Das ginge dann ab Montag los.
Derzeit wohne ich in der herrschaftlichen Wohnung von der Mutter des Freundes meiner Kusine. Während sie 3 Wochen im Urlaub ist, muss ich eben die Blumen in der fast 200qm-Wohnung gießen. Man kann die Wohnung und ihre Lage mit einer Immobilie an der Außenalster vergleichen, luxus. So hangele ich mich derzeit von Wohnung zu Wohnung. Ich werde herzlich jubeln, sobald ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Ich kann es nur nochmal sagen: den Mangel an Wohnungen in Kopenhagen und dem gesamten Umland kann man sich in Deutschland einfach nicht vorstellen. Ich bleibe frohen Mutes, denn ansonsten läuft es ja gut und der Gute-Laune-Indikator steht auf 1000% Prozent. 

 
Neues aus KBH Print E-mail
06 / 22 / 2007

Heute ist meine zweite Arbeitswoche vorbei, die Zeitarbeitsanstellung ist bis nächste Woche verlängert worden. Besonders diese Woche war ich ständig todmüde. Das kenne ich aber schon aus der ersten Zeit als Ausstauschschüler in Russland. Die neue Umgebung und das ständige Einprasseln einer anderen Sprache sind kräftezehrend, so dass ich manchmal Abends überhaupt nicht mehr aufnahmefähig bin und weniger Dänisch verstehe als einen halben Tag vorher.

Ich wohne jetzt für drei Wochen in einer 2-Zimmer-Wohnung in Frederiksberg. Ich habe die Wohnung von einem Bekannten meiner Kusine für die Zeit seiner Abwesenheit überlassen bekommen. Nun habe ich kurzzeitig schon einmal eine Wohnung allein. Mit der Wohnungssuche habe ich mich die letzten Tage nicht mehr so beschäftigt, zu erschöpft. Ich hole es alles am Wochenende nach.

Ich bin mittlerweile völlig hier angekommen. Ich fühle mich nicht mehr fremd auf der Straße. Ich merke aber, wie viel es noch zu lernen gibt. Es ist nicht nur die Sprache, sondern auch der allgemeine Ton und der Umgang miteinander, der anders ist. Gerade da kann ich mit meiner oft deutschen Art zu reden ziemlich auflaufen. Ich glaube, dass die Dänen den deutschen Umgangston für schroff, laut, unhöflich halten. Wenn man sich hier aufregt, dann eben eine Nummer ruhiger - was nicht bedeuten soll, das man hier locker flockig und fröhlich über alles hinwegsieht. Aber es scheintmir wirklich so, im Bekanntenkreis und Umgang mit Kollegen und zum Teil auch auf der Straße wird tatsächlich ein freundlicherer Ton gepflegt. Es ist auch völlig normal, mal zwischendurch mit Fremden über dies und das zu plaudern.

Ich kannte Dänemark bisher von der eher ländlichen Seite, wo es gemütlich (hyggelig) und nett zugeht. Kopenhagen ist aber nunmal eine Großstadt und es kann sehr unverbindlich zugehen, unverbindlicher gar als in Hamburg. Beim Einkaufen stets kein Hallo und kein Tschüß. Und komischerweise habe ich in der Innenstadt und auf den Hauptstraßen manchmal fast südländische Betriebsamkeit feststellen können.

Ich kann nur sagen: Kopenhagen ist meine Traumstadt und ich habe es bisher keine Sekunde lang bereut, hierher gekommen zu sein. Ich spüre, dass ich mit dem was ich mache endlich auf dem richtigen Weg bin.

 
Die erste Woche in Kopenhagen Print E-mail
06 / 11 / 2007
Die Woche seit dem Wegzug aus Hamburg nach Kopenhagen war eine gute. Der Behördenkram ist erledigt, ab Juli bin ich in der Sprachschule für Dänischkurse angemeldet. Bin fast alle Tage unterwegs gewesen, hab' mir die Stadt genauer angesehen, insbesondere die Stadtteile außerhalb der Innenstadt. Immer auch auf der Suche nach Ecken, in denen ich gerne wohnen würde. Es gibt viele solcher Ecken in KBH, nur sind die Mieten überall sehr hoch. Nørrebro, Østerbro, Vesterbro, Sydhavn, Amager - Eigentlich gefällt's mir überall. Auf der Suche nach Wohnraum bin ich meist unter dba.dk, alle anderen Anzeigenportale sind gebührenpflichtig. Allerdings überlege ich, ggf. doch mal für eine kurze Zeit diesen Preis zu zahlen.

Egal. Das wichtigste habe ich schonmal: eine Arbeit. Heute war mein erster Arbeitstag. Wie bin ich an die Arbeit gekommen? Das verhielt sich so: am Mittwoch bin ich zum Jobcenter, wie die staatliche Arbeitsvermittlung hier heißt. Dort hat man mir für 14 Uhr desselben Tages einen Termin bei einer Zeitarbeitsfirma besorgt. Dort hat man mir gleich einen Bürojob angeboten. Und den habe ich sofort genommen. Die Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma nennt sich hier Vikariat. Und interessanterweise hat man mich als Vikar zum Jobcenter geschickt, wo ich für 120 Kr./Stunde (also 16 Euro) Fragebögen auswerte.  Wer sagt's denn - Treppenhäuser muss ich also nicht wischen, auch keine Teller waschen. Ich komme mit meinem Dänisch gut zurecht mit allem, auch der Arbeit. Das Vikariat ist erstmal auf 4 Tage befristet. Klar, das Vikariatsbüro will mich erstmal kennenlernen. Wie es dann weitergeht, weiß ich noch nicht, ich berichte davon demnächst.
 
Bismarckbad Print E-mail
05 / 17 / 2007

Kennt ihr diesen Anblick noch?

Bismarckbad - Große Halle

Ich weiß nicht wie es den anderen Altonesen geht, ich halte den Abriss des Bismarckbads für einen Verlust. Man hat vom Abriss des alten Altonaer Bahnhofs in den 70er Jahren offenbar nichts gelernt, wieder musste alte Bausubstanz dem Kommerz weichen.

Kurz vor dem Abriss habe ich mich nochmal ins Bad geschlichen und alles durchfotografiert, die Ergebnisse meiner Dokumentation könnt ihr euch unter diesem Link anschauen. Es sind ungefähr 100 Bilder vom Inneren der Großen und der Kleinen Halle, der Umkleideräume, des Eingangsbereichs, von Burger King. Es finden sich auch Bilder von Teilen des Bades, die für den Besucher gewöhnlich nicht zu sehen waren, wie etwa vom Büro, dem Mitarbeiterbereich und vielem mehr. 

Link zur den Bildern: http://www.flickr.com/photos/7288986@N02/sets/72157594582573678/

 
Zum aktuellen Thema des „Kampfes der Kulturen“ Print E-mail
03 / 16 / 2007

Ich habe den Eindruck, dass sich unter großem Einfluss Huntingtons eine Rhetorik breitmacht, die sich, wenn auch oft unbewusst, an einem bevorstehenden Krieg der Zivilisationen orientiert.

Sobald seine Thesen thematisiert werden, ohne anderen Theorien über die Zukunft der menschlichen Kultur bzw. Zivilisation gleiche Beachtung zu schenken, leisten wir dem Clash of Civilizations™ gemäß Robert K. Mertons Theorie der selbsterfüllenden Prophezeiung nur Vorschub. Und hier schließe ich mich bewusst mit ein!

Letztendlich geht es darum, ob man das die Menschheit Einende oder Trennende bevorzugt behandelt und damit ausbaut. Harmonische Verhältnisse fördern die Kontroverse bzw. die Konfrontation nicht. Es ist aber die Kontroverse, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Plakativ: Dissonanzen und Unterschiede zwischen den Kulturen werden aufgrund der Ausklammerung von Gemeinsamkeiten unverhältnismäßig überbewertet und führen daher zu negativen Prognosen für den Weltfrieden.

 

 
Copenhagen Print E-mail
03 / 01 / 2007
I'll move to Copenhagen on june 1st 2007!
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